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Gute Ideen für Wer­be­ge­schen­ke sind nur der erste Schritt

Oft ist es schon schwierig, gu­te Ideen für Wer­be­ge­schen­ke zu fin­den. Und dann soll noch die ge­sam­te Wer­be­prä­sent­stra­te­gie durch­dacht sein. Aber oh­ne Rück­spra­che mit An­walt und Steu­er­be­ra­ter dro­hen hier viele Fal­len, vom Kor­rup­tions­ver­dacht bis zu Steu­er­nach­forderungen.

Text: Frank Wier­cks


Die Auflis­tung klingt wie eine Ansamm­lung banaler All­t­ags­ge­gen­stände: Schreibgeräte, Notizbüch­er, Kalen­der, USB-Sticks, Power­banks, Tassen, Taschen, Tex­tilien, Flaschenöffn­er, Süßwaren, Werkzeuge, Regen­schirme, Feuerzeuge, Schlüs­se­lan­hänger, Freizeitar­tikel, Well­nes­sar­tikel. Tat­säch­lich han­delt es sich um Wer­beartikel, deren Beliebtheit der Gesamtver­band der Wer­beartikel-Wirtschaft (GWW) für den Wer­beartikel-Mon­i­tor 2019 abge­fragt hat. Und deren Effizienz er in der Wer­beartikel-Wirkungsstudie 2019 analysiert. Das verblüf­fende Ergeb­nis: Fast jed­er Deutsche besitzt solche Artikel. Und 90 Prozent nutzen sie – etwa zwei Drit­tel bere­its länger als ein Jahr. Wer­begeschenke sind offenkundig ein Erfolg ver­sprechen­des Instru­ment beim Buhlen um die Aufmerk­samkeit der Kun­den oder beim Pfle­gen der Beziehun­gen zu Geschäftspart­nern. Und anscheinend zeich­net gute Ideen für Wer­begeschenke nicht nur aus, dass sie ungewöhn­lich sind. Richtig gemacht, kön­nen kon­ven­tionelle Give-aways laut GWW-Studie beim Empfänger eben­so punk­ten wie Trend­pro­duk­te. Was aber nicht bedeutet, dass es reicht, ohne großes Nach­denken ein­fach 08/15-Wer­bepräsente zu nutzen. Denn wer Wer­begeschenke aus pfif­fi­gen Ideen entwick­elt und gekon­nt übergibt, macht let­ztlich einen nach­haltigeren Ein­druck.

Bei Ideen für Wer­be­ge­schen­ke öko­lo­gisch denken

Jedem Unternehmer dürfte klar sein, dass Ideen für Wer­begeschenke aktuellen Trends fol­gen. Wer gut ankom­men will, set­zt daher auf eine Kom­bi­na­tion aus Trend­scout­ing und Nutzw­ert. Öko etwa ste­ht bei Wer­bepräsen­ten derzeit hoch im Kurs. „Der Trend zur Nach­haltigkeit und zu qual­i­ta­tiv hochw­er­tigeren Pro­duk­ten ist ein­deutig“, so Michael Freter bei der Wer­beartikelmesse PSI 2018. Dort präsen­tierte der PSI-Geschäfts­führer ein Branchen­barom­e­ter. Dem­nach hat­ten 90 Prozent der befragten Wer­beartikel­liefer­an­ten und Händler zer­ti­fizierte oder nach­weis­lich nach­haltige Pro­duk­te im Sor­ti­ment. Bei jedem zweit­en über­traf der Anteil nach­haltiger Pro­duk­te am Gesamt­sor­ti­ment 30 Prozent. Wer­begeschenke beste­hen zunehmend aus nach­haltigem Mate­r­i­al wie Holz, Tex­tilien oder recycel­barem Plas­tik. Außer­dem erk­lärte das Onlinemagazin „foerderland.de“ zum Trend: „Give-aways wer­den 2019 zu Hap­ti­cals, die das Brand­ing eines Unternehmens oder eines Pro­duk­ts direkt erfahrbar machen.“ Wer Ideen für ange­sagte Wer­begeschenke sucht, sollte also Rich­tung Öko denken – es gibt sog­ar einen Nach­haltigkeits-Preis. Aber er darf keines­falls vergessen, dass zur Geschenkstrate­gie noch mehr gehört.

Messen und Spe­zial­agen­tu­ren lie­fern Anregungen

Unternehmer kön­nen sich bei Messen und Speziala­gen­turen informieren, was ger­ade ange­sagt ist an kleinen Aufmerk­samkeit­en für Geschäftspart­ner. Für viele Betriebe sind Wer­begeschenke ein wichtiger Bestandteil im Mar­ket­ing­mix. Sie gaben dafür 2018 laut GWW 3,6 Mil­liar­den Euro aus. Bei Fir­men mit bis zu 50 Mitar­beit­ern macht dieser Posten den Großteil des Bud­gets für Wer­bung und Kom­mu­nika­tion aus. Beson­ders gut einge­set­zt ist dieses Geld natür­lich, wenn Wer­begeschenke durch gute Ideen zum Image- und Sym­pa­thi­eträger wer­den. Aber die Suche nach dem Auf­fäl­li­gen, Außergewöhn­lichen, Indi­vidu­ellen ist nicht ein­fach. Bei Messen etwa sind oft immer noch bevorzugt soge­nan­nte Streuar­tikel im Ein­satz: kon­ven­tionell, aber dur­chaus wirkungsvoll. Bess­er um Aufmerk­samkeit buhlen lässt sich jedoch mit Präsen­ten, die Fan­tasie oder ein konkreter Bezug zu Pro­dukt beziehungsweise Ziel­gruppe ausze­ich­net. Wobei das nicht automa­tisch teur­er sein muss. Wie wäre es etwa mit Wim­pern­tusche statt einem Kugelschreiber? Aber was immer Sie in Sachen Wer­begeschenke tun: Machen Sie es mit einem Plan.

Top-Ten-Geschenke

Strategie für Wer­be­ge­schen­ke festlegen

Pfif­fige Ideen und geeignete Anlässe zur Über­gabe von Wer­begeschenken find­en sich genug. Aber immer noch gibt es Fir­menchefs, die ein­fach einem Mitar­beit­er den Werbe­mit­telkat­a­log geben und sagen: „Such mal was Schönes für die Geschäftspart­ner aus.“ Wirk­lich gute Ideen für Wer­begeschenke und stim­mige Geschenkstrate­gien entste­hen so sel­ten. Bess­er ist es, zumin­d­est die große Lin­ie zur Chef­sache zu machen. Mit Steuer­ber­ater und Recht­san­walt sollte der Unternehmer den finanziellen sowie rechtlichen Rah­men erkun­den, in dem sich Präsente nutzen lassen. Zudem sollte er mit Mar­keting­ex­perten besprechen, welche indi­vidu­elle Botschaft seinem Unternehmen nach­haltig Aufmerk­samkeit bringt. Darauf soll­ten die Give-aways abges­timmt sein. Gute Ideen für Wer­begeschenke sind nicht nur mit Blick auf das konkrete Pro­dukt wichtig, das das Gegenüber erhält. Son­dern eben­so mit Blick auf die Aus­sagen, die es sym­bol­isch und auch ganz prak­tisch in Form ein­er Auf­schrift trans­portiert. So eine Geschenkstrate­gie umfasst sieben Schritte und sollte regelmäßig auf ihre Wirk­samkeit über­prüft wer­den.

Anlass und Ziel der Wer­be­prä­sen­te überprüfen

Bestand­sauf­nahme: Wie viel Geld haben in der Ver­gan­gen­heit welche Arten von Wer­bepräsen­ten gekostet? Wer hat zu welchem Anlass was bekom­men? Stellen Sie den Betrag in Rela­tion zu mess­baren Ergeb­nis­sen in Form von Neu- und Fol­geaufträ­gen oder erhöhter Bekan­ntheit. Haben diese Aktiv­itäten etwas gebracht oder gilt die Schlussfol­gerung „Außer Spe­sen nichts gewe­sen“?

Zielset­zung: Welchem Zweck soll der Ein­satz von Wer­begeschenken kün­ftig dienen? Das Unternehmen als Marke posi­tion­ieren, ein bes­timmtes Pro­dukt präsen­tieren, sich durch unkon­ven­tionelle Maß­nah­men generell ins Gespräch brin­gen? Je nach Absicht bieten sich unter­schiedliche Wer­bepräsente an, vom Dauer­bren­ner Kugelschreiber bis zum Sym­pa­thi­eträger Kuschelti­er.

Anlass: In welchen Sit­u­a­tio­nen beziehungsweise auf welchen Wegen sollen die Präsente ihre Empfänger erre­ichen? Bilden Sie ver­schiedene Kat­e­gorien von Geschenken. Für den Mess­e­s­tand kön­nten sich eher Streuar­tikel anbi­eten, für per­sön­liche Tre­f­fen hochw­er­tigere Dinge wie ein robuster Ruck­sack oder eine ele­gante Power­bank – mit dezen­tem Logo, vom Empfänger aber auch pri­vat nutzbar und deshalb mit ein­er gewis­sen Ein­satz­garantie verse­hen.

Ideen für Wer­be­ar­ti­kel mit Ex­per­ten besprechen

Passende Präsente: Nutzen Sie Anre­gun­gen von Mitar­beit­ern, aber auch Wer­beagen­turen, um Ideen für Wer­begeschenke zu find­en, die zum Unternehmen oder Pro­dukt passen. Hier gilt es, sich – auch unter Koste­naspek­ten – nicht zu verzetteln. Bess­er ist es, eine über­schaubare Anzahl unter­schiedlich­er Wer­bepräsente in aus­re­ichend hoher Stück­zahl zu ordern, damit sie möglichst gün­stig bleiben. Entwer­fen Sie außer­dem für wer­tigere Präsente, die per­sön­lich über­re­icht wer­den, eine kleine Geschichte zu ihrer Entste­hung oder Bedeu­tung. Sie und Ihre Mitar­beit­er soll­ten diese Botschaften als Teil des Sto­ry­tellings bei der Über­gabe qua­si mitliefern. Richtig gemacht, wirkt das authen­tisch und sym­pa­thisch. Außer­dem bleiben kleine Anek­doten bei vie­len Gesprächspart­nern in Erin­nerung.

Hil­fre­iche Dien­stleis­ter: Tauschen Sie sich mit Experten in Sachen Werbe­mit­tel aus. Dazu zählt nicht nur eine Agen­tur, die Pro­duk­te mit aus­sucht, gestal­tet oder die Her­stel­lung organ­isiert und deshalb die meis­ten Trends ken­nt. Reden Sie auch mit Anwalt und Steuer­ber­ater über mögliche neue Rah­menbe­din­gun­gen oder Urteile zu geschäftlichen Geschenken.

Regelmäßig Wirk­sam­keit der Prä­sen­te hinterfragen

Pro­jek­tver­ant­wortlich­er: Machen Sie grund­sät­zliche Entschei­dun­gen über die Geschenkstrate­gie zur Chef­sache, aber verzetteln Sie sich nicht im Klein-Klein von Design und Auswahl. Benen­nen Sie einen Ver­ant­wortlichen, der sich kon­tinuier­lich um das The­ma küm­mert. Er sollte Sie rechtzeit­ig erin­nern, dass wieder grundle­gende Fra­gen zu klären sind. Wichtig ist, die Zuständigkeit für Wer­begeschenke nicht vom einen zum anderen zu schieben, bis sie schließlich beim Prak­tikan­ten lan­det.

Con­trol­ling: Hin­ter­fra­gen Sie regelmäßig, ob sich der Ein­satz der aktuellen Wer­bepräsente lohnt oder Verbesserungs­be­darf beste­ht. Fra­gen Sie zur Erfol­gskon­trolle bei aus­gewählten Kun­den, wie gut welche Präsente ankom­men. Erkundi­gen Sie sich auch bei Ihren Mitar­beit­ern, was beson­ders gut ankommt und was sich zum Laden­hüter entwick­elt. Jene Artikel, die die eige­nen Beschäftigten gar nicht mehr mit­nehmen, soll­ten schnell aus­sortiert wer­den.

Unternehmer soll­ten – aus­ge­hend von der aktuellen Bestand­sauf­nahme – regelmäßig die Ziele und Umset­zung ihrer Geschenkstrate­gie über­prüfen. Stim­men die Ergeb­nisse nicht mehr, ist es Zeit für neue Ideen für Wer­begeschenke.

Gute Ideen für Wer­be­ge­schen­ke finden

Eigentlich sind gute Ideen für Wer­begeschenke nahe­liegend – man kopiert erfol­gre­iche Konzepte oder entwick­elt aus eige­nen Pro­duk­ten ein neues. Zwang­haft Auf­fäl­liges auf die Beine stellen zu wollen, ist aber nicht automa­tisch die beste Lösung. Dur­chaus beliebt sind bei Empfängern von Wer­bepräsen­ten auch wenig aufre­gende, aber nüt­zliche Give-aways. Laut ein­er Umfrage von YouGov liegen im Rank­ing der beliebtesten Wer­begeschenke tech­nis­che Gad­gets wie USB-Sticks, Power­banks oder USB-Hubs vorn. Auch Klas­sik­er wie Regen­schirme oder Kugelschreiber sind gern gese­hene Zuwen­dun­gen. „deutsche-startups.de“ betont, dass solche Ideen für Wer­begeschenke nicht schlecht sein müssen, wenn die Präsente pfif­fig real­isiert sind. Eine Tasse mit aufge­druck­tem Foto fällt mit entsprechen­der Botschaft sich­er auf, und schon die Tassen­form könne Akzente set­zen: „Nie mehr den Löf­fel vergessen kann der Beschenk­te mit ein­er Tasse, bei der das Besteck im Henkel seinen Platz find­et.“ Alles andere als Stan­dard sei auch ein Duftkalen­der, der jeden Monat mit ein­er neuen Über­raschung für die Sinne aufwartet.

Unterschied­li­che Ge­schen­ke für di­ver­se Kun­den­gruppen

Kon­ven­tionelle Ideen für Wer­begeschenke kön­nen also genau das Richtige sein. Allerd­ings muss das Konzept gut durch­dacht wer­den, damit es zum Unternehmen passt und sich punk­t­ge­nau umset­zen lässt. Will sagen: Der Kugelschreiber als Streuar­tikel für die Messe kann dur­chaus richtig sein. Er sollte aber erstens das Fir­men­l­o­go oder eine bes­timmte Botschaft ein­deutig trans­portieren, ohne auf­dringlich zu wirken. Zweit­ens von guter Qual­ität sein, denn nichts ärg­ert Empfänger mehr als Wer­begeschenke, die nach weni­gen Ein­sätzen kaputtge­hen. So etwas beschädigt auch das Image des Unternehmens, von dem das Give-away stammt. Drit­tens sollte das Pro­dukt nach­haltig sein. Im Fall des Kugelschreibers würde sich beispiel­sweise anbi­eten, die Mine in eine Pap­phülle zu steck­en statt in eine Plas­tikröhre. Mit diesem Ansatz lässt sich qua­si wie mit ein­er Check­liste jede Idee für Wer­begeschenke darauf prüfen, ob sie funk­tion­iert. Noch bess­er ist natür­lich eine indi­vidu­elle Mis­chung aus Pro­dukt und Botschaft nach fol­gen­den Prinzip­i­en.

Top-Ten-Firmengeschenke

So erzie­len Give­-aways höchst­mög­li­che Auf­merksamkeit

Sym­pa­thi­eträger etablieren: Präsen­tieren Sie Ihr Unternehmen über­raschend und sym­pa­thisch. Die Romold GmbH im Surheim pro­duziert Kun­st­stoff­schächte zur Wasser­entsorgung – und spielt bei Wer­bepräsen­ten mit dem Image der „Kanal­rat­te“. Ein Stoffti­er in den Haus­far­ben Schwarz-Grün mit großen Knop­fau­gen und hän­gen­den Barthaaren dient als Maskottchen und Vor­lage für Werbe­mit­tel. Selb­st Geschäftspart­ner des Unternehmens tra­gen gerne Krawat­ten mit der Rat­te.

Pro­duk­t­de­tails präsen­tieren: Ver­wen­den Sie Teile aus der Fer­ti­gung für pfif­fige Wer­begeschenke. Intel hat früher Teile aus dem Auss­chuss der Pen­tium-Chip-Pro­duk­tion in Acryl-Schlüs­se­lan­hänger einge­bet­tet,
heute von Fans gesuchte Samm­ler­ob­jek­te. Das gilt auch für Brief­beschw­er­er aus dem für Audi typ­is­chen Alu­mini­um, ein Werbe­mit­tel für bes­timmte Mod­ell­rei­hen.

Botschaft for­mulieren: Nutzen Sie anlässlich eines speziellen Kun­denkon­tak­ts beson­dere Wer­begeschenke. Nach Rekla­ma­tio­nen kön­nte eine Stoff-Hexe mit der Botschaft „Die Fehler­hexe, die als Ursache gefun­den wurde“ Sym­pa­thie weck­en. So passend wie prak­tisch wäre ein mit Fir­men­l­o­go verse­hen­er Schirm, über­re­icht mit der Zusage: „Wir lassen Sie bei Rekla­ma­tio­nen nicht im Regen ste­hen“.

Die Über­ga­be der Wer­be­­ar­ti­kel planen

Bee­in­flusst wer­den Ideen für Wer­begeschenke nicht nur vom Pro­dukt und der Ziel­gruppe, son­dern auch vom konkreten Anlass des Ein­satzes. Diese drei Aspek­te soll­ten aufeinan­der abges­timmt sein.

Anlass: Zum Ein­satz kom­men Wer­begeschenke unter ver­schiede­nen Rah­menbe­din­gun­gen. Etwa bei öffentlichen Ver­anstal­tun­gen wie Messen, Kon­feren­zen, gespon­sorten Events. Oder bei indi­vidu­ellen Gesprächen zur Beratung sowie am Point-of-Sale. Das Präsent sollte mit Botschaft und Wer­tigkeit zum Anlass passen. Reichen bei einem nor­malen Mess­e­s­tand vielle­icht noch kleine Artikel zur all­ge­meinen Erin­nerung, darf das Give-away beim imposan­ten Auftritt bei ein­er Leit­fachmesse gerne etwas größer sein. Bekommt ein Inter­essent beim Erstkon­takt nur den ein­fachen Kugelschreiber, sollte es bei einem Stammkun­den nach dem Beratungs­ge­spräch vielle­icht ein hochw­er­tiger­er Füllfeder­hal­ter sein. Hier ist ein gewiss­es Fin­ger­spitzenge­fühl beim Pla­nen erforder­lich, um die richtige Bal­ance aus zu billig/zu teuer und unpersönlich/zu per­sön­lich zu find­en.

Besser per­sön­li­ches An­schrei­ben als Gra­vur auf Füller

Sit­u­a­tion: Wird das Präsent bei ein­er Großver­anstal­tung genutzt, im per­sön­lichen Kon­takt oder ver­schickt? Die Wirkung des Präsents hängt daran, ob die Art der Über­gabe zur Sit­u­a­tion passt. Am besten ist die per­sön­liche Über­gabe, etwa beim Kun­denbe­such oder ein­er Messe. Ein net­ter Smalltalk ver­lei­ht dann dem Give-away eine beson­dere Note. Beim Postver­sand ist zu klären, wie eine indi­vidu­elle Note bei der Ver­pack­ung oder ein per­sön­lich­es Anschreiben die Wirkung ver­stärkt. Lieb­los eingetütete Sendun­gen mit Stan­dar­d­an­schreiben kom­men sel­ten gut an.

Per­son­al­isierung: Grund­sät­zlich lassen sich Wer­begeschenke indi­vidu­ell auf den Empfänger abstim­men, etwa durch die Gravur seines Namens auf einen Füllfeder­hal­ter. Allerd­ings sollte gut über­legt wer­den, wann das sin­nvoll ist. Ein per­sön­lich­es Anschreiben – bei Post­sendun­gen – wirkt immer und wird nicht weit­ergegeben. Ein auf ihn indi­vid­u­al­isiertes Präsent kann der Empfänger nicht ein­fach jemand anderem ver­ma­chen, falls er es nicht ver­wen­den will. Dann lan­det das Wer­begeschenk eventuell in ein­er Schublade und ent­fal­tet nir­gends seine Wirkung.

Steuerregeln für Wer­be­ge­schen­ke beachten

Die eige­nen Kosten als Betrieb­saus­gaben anset­zen und dem Geschäftspart­ner ers­paren, dass er ein Präsent als geld­w­erten Vorteil ver­s­teuern muss: Diese Ziele gehören zum steuer­rechtlichen Kern ein­er Geschenkstrate­gie. Hier sollte kein Fir­menchef ohne Rück­sprache mit dem Steuer­ber­ater han­deln, weil sich die geset­zlichen Vor­gaben immer mal wieder ändern. Oder weil Gericht­surteile zu ein­er verän­derten Ausle­gung der Para­grafen führen.

Steuer­lich abset­zbar sind Präsente an einen Kun­den oder Geschäftspart­ner, deren Wert den Betrag von 35 Euro net­to nicht über­steigt. Mehrere Zuwen­dun­gen inner­halb eines Jahres wer­den addiert und dür­fen die Ober­gren­ze nicht über­schre­it­en. Damit der Empfänger auf diese „Ein­nah­men“ keine Steuern schuldet, sollte der Schenk­ende eine Pauschal­s­teuer von 30 Prozent ans Finan­zamt abführen. Die Über­nahme der Pauschal­s­teuer wird nicht als weit­eres steuer­lich rel­e­vantes Präsent gew­ertet.

Als Ent­nahme aus dem Betrieb­sver­mö­gen gel­ten Präsente mit einem Wert von über 35 Euro, sie lassen sich nicht als Betrieb­saus­gabe abset­zen und sind vom Unternehmer als Gewinn zu ver­s­teuern.

Pauschal­steuer für den Emp­fän­ger über­nehmen

Ohne Wert­gren­ze ver­schenken lassen sich Präsente, die der Geschäftspart­ner auss­chließlich für betriebliche Zwecke ein­set­zen kann. Wer einem Kun­den etwa ein Com­put­er­pro­gramm spendiert, das nur für beru­fliche Tätigkeit­en nutzbar ist, kann über 35 Euro aus­geben.

Eine Doku­men­ta­tion ist erforder­lich, um die Anerken­nung von Geschenken im Wert von bis zu 35 Euro als Betrieb­saus­gaben beim Finan­zamt durchzubrin­gen. Hier­für muss eine Liste über die jew­eili­gen Empfänger geführt wer­den. Aus­nah­men greifen nur für soge­nan­nte Streuar­tikel mit einem Wert von unter zehn Euro pro Stück, beispiel­sweise Kugelschreiber oder USB-Sticks. Solche Zuwen­dun­gen müssen wed­er der Schenk­ende noch der Empfänger ver­s­teuern, weil sie nicht als geld­w­ert­er Vorteil gel­ten.

Steuer­ber­ater-Tipps machen eine Geschenkstrate­gie rechtlich wasserdicht. Der Steuer­ber­ater sorgt dafür, dass die steuer­lichen Details beachtet wer­den. So gel­ten etwa beson­dere Regeln für Präsente an Empfänger im Aus­land. Deshalb ist es empfehlenswert, sich regelmäßig mit Experten auszu­tauschen. Ohne diese Rück­sprache kön­nten selb­st die besten Ideen für Wer­begeschenke nach hin­ten los­ge­hen.

Bei Werbe­­prä­sen­ten an Compliance denken

Meis­tens sagt einem schon der gesunde Men­schen­ver­stand, dass ein Werbeschenk über­trieben ist: Das Set neuer Golf­schläger als Geburt­stags­geschenk für den Leit­er Einkauf eines Großkun­den lässt sich bes­timmt nicht als Kleinigkeit abtun. Manch­mal allerd­ings geht es bei der Ein­schätzung von Wer­tigkeit, Über­gabesi­t­u­a­tion oder den For­mulierun­gen im Begleit­brief um Nuan­cen. Ger­ade wenn unkon­ven­tionelle Ideen für Wer­begeschenke mit Pfiff dazu führen, dass ein Präsent wirk­lich ungewöhn­lich ist. Oder wenn ein Geschenk vorder­gründig keinen hohen Wert hat, ideell aber unbezahlbar ist: Ein Sport- oder Konz­erttick­et etwa kann imma­teriell viel mehr wert sein als die aufge­druck­ten 30 Euro, falls die begehrte Ver­anstal­tung seit Monat­en ausverkauft ist. Sprechen Sie deshalb regelmäßig mit Ihrem Anwalt über neue Entwick­lun­gen beim The­ma Com­pli­ance. Und klären Sie auch Ihre Mitar­beit­er über die Tück­en des The­mas auf – am besten im Rah­men ein­er Com­pli­ance-Strate­gie für Wer­begeschenke

Präsent-Richt­li­nien an­de­rer Be­trie­be einhalten

Kein Com­pli­ance-Ver­stoß: Wollen Sie Angestellte eines Unternehmens mit ein­er kleinen Aufmerk­samkeit bedenken, müssen Sie sich über die Com­pli­ance-Richtlin­ien des Arbeit­ge­bers informieren. In vie­len Konz­er­nen gel­ten Lim­its, die sich an der 35-Euro-Gren­ze ori­en­tieren, bis zu der Geschenke als Betrieb­saus­gabe abset­zbar sind. Manche Behör­den bleiben im Kampf gegen Kor­rup­tion darunter, in München etwa mit einem Höch­st­be­trag von 25 Euro. Oder es dür­fen, etwa bei Cewe, gar keine Präsente angenom­men wer­den.

Kein Luxus: Präsente soll­ten auch ohne Com­pli­ance-Richtlin­ien im Rah­men bleiben. Das gilt ins­beson­dere, wenn der eigene Chef ein Geschenk bekom­men soll. Und bei Geschenken für Geschäftspart­ner gilt das, um jed­we­den Ver­dacht der Kor­rup­tion oder Bestechung auszuschließen. Denn man weiß ja nie, wo der Geschäftspart­ner später mal arbeit­et. Uner­wartete Umstände kön­nen zu staat­san­waltschaftlichen Ermit­tlun­gen führen, wenn sich etwa der Ver­dacht ein­er Vorteil­snahme kon­stru­ieren lässt. Spätestens seit der frühere EnBW-Vor­stand­schef Utz Claassen vor der Fußball-Welt­meis­ter­schaft 2006 in Deutsch­land sieben Poli­tik­er mit WM-Tick­ets bedachte und ein Ver­fahren wegen möglich­er Kor­rup­tion fol­gte, sind auch Bun­desli­ga-Logen sowie Hos­pi­tal­i­ty-Pakete ein heißes The­ma.

Mit Werbe­ge­schen­ken kei­nen Druck aufbauen

Keine Forderung: Natür­lich dür­fen Präsente mit ein­er per­sön­lichen Botschaft kom­men. Die sollte aber all­ge­mein und neu­tral for­muliert sein. Und das Geschenk nicht mit ein­er Forderung verbinden, die über den Wun­sch auf weit­ere oder kün­ftige gute Zusam­me­nar­beit hin­aus­ge­ht. Selb­st wenn dies rechtlich keine Fol­gen hätte, wäre es ein Zeichen von schlechtem Stil.

Kein Druck: Eine beson­dere Grat­wan­derung ist das Nach­fassen nach Geschäft­ster­mi­nen, wenn man Kon­tak­te ver­tiefen oder inten­siv­er über eine Zusam­me­nar­beit reden will. Eine Nach­frage, ob das Geschenk gefall­en hat, sollte keines­falls als Erin­nerung erscheinen, dass es jet­zt Zeit für einen Auf­trag ist. Auch hier gilt: Das mag nicht juris­tisch prob­lema­tisch sein, aber es wirft ein schlecht­es Licht auf den Schenk­enden.

Umfassende Klarheit: Inte­graler Bestandteil jed­er Geschenkstrate­gie ist der regelmäßige Aus­tausch mit dem Anwalt, ob die gewählten Präsente oder For­mulierun­gen noch in Ord­nung sind. Neue Urteile oder auch verän­derte Richtlin­ien in großen Unternehmen kön­nten zu einem Über­denken der Strate­gie zwin­gen.


Bei Fra­gen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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